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Das Zigarrenrauchen ist die älteste Form des Tabakgenusses. Schon die Azteken und die Maya,
die den Namen "Ciquar" - "etwas Brennbares, das gut schmeckt und gut riecht" - prägten, kannten
und schätzten die Zigarre. "Die Cigarre haben die Götter erfunden, um sich selbst in ganz
besonderem Maße den Tabakgenuss zu schenken. Jedesmal, wenn es blitzt und donnert, schlagen
die Götter Feuer, um sich eine Cigarre anzuzünden."
Auch in anderen Teilen der Welt war der Tabak ähnlich angesehen. Die Friedenspfeife der
amerikanischen Indianer und der religiöse Tabakgebrauch der afrikanischen Bantu- oder
Yorubavölker zeugen davon.
Zigarren in Europa
1519 kamen dann die ersten Tabakblätter nach Europa, anfänglich als Heilmittel. Der
französische Gesandte am Hofe zu Lissabon galt seinerzeit als einer der berühmtesten
Tabakheilkundigen. Sein Name: Jean Nicot. Unsterblich geworden ist er durch die
wissenschaftliche Bezeichnung des in der Tabakpflanze enthaltenen Alkaloids Nikotin.
Erst 1541 gründete der Spanier Demetrio Pela in Kuba die erste Zigarrenfabrik. Fast
200 Jahre später entstand in Sevilla 1720 die erste europäische Zigarrenfabrik unter
dem Namen "La Corona". Dort lernte der erste Deutsche - Heinrich Schlottmann - das
Zigarrenmacherhandwerk.
Populär wurde der Rauchgenuss - anfangs als Pfeifenrauchen - in Europa erst Mitte des 16.
Jahrhunderts durch den Briten Sir Walter Raleigh. Puritanische Gesinnung verbot den Tabak
anfangs und schon bald entdeckte der Fiskus eine neue Einnahmequelle.
1679 führte in Frankreich Ludwig XIV. die Tabaksteuer ein. Trotzdem wuchs die Schar der
Tabakfreunde, insbesondere in Deutschland. Friedrich Wilhelm I. und sein Tabakskollegium
stellten in Preußen mächtige Förderer dar.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fand - aus Spanien kommend - in Deutschland die Zigarre
immer mehr Liebhaber. Deutschland ist mittlerweile einer der größten Zigarrenhersteller
der Welt. Wichtige Standorte sind der südliche Schwarzwald, Ostwestfalen und Thüringen.
Die Zigarre stellte immer ein Statussymbol dar. Berühmte Hersteller und Markennamen und
besonders berühmte Zigarrengenießer dokumentieren dies. Auch Unabhängigkeit und Individualität
wurden immer mit ihr verbunden. "Tabak kann gut oder schlecht sein, immer bemüht er sich um
Individualität", schreibt der kubanische Schriftsteller und Zigarren-Aficionado Fernando Ortiz.
Und ebenfalls stellte die Zigarre ein Symbol der Befreiung dar, wie nicht nur die Vista des
legendären Simon Bolivar beweist. Die Zigarre sei, schreibt José Martí - der Befreier Kubas -
"die Wonne der Grübler und das Glück der träumenden Architekten luftiger Bauten". Sie solle
"den Müßiggänger unterhalten, Schmerzen vertreiben und einsame Gedanken begleiten".
© 2002 Bundesverband der Zigarrenindustrie e. V.
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